Come and Grow ist eine Einladung, aktiv Teil der Kunstwerke zu werden. Wo Besucher:innen sich bewegen, verweilen oder mit den Arbeiten interagieren, entstehen digitale Landschaften, verändern sich Bilder und entwickeln künstliche Wesen ein Eigenleben. Seit mehr als drei Jahrzehnten schaffen Christa Sommerer und Laurent Mignonneau solche Begegnungen zwischen Menschen, Natur und Technologie.
Das Künstlerpaar versteht Kunst als lebendes System – „Art as a Living System“. Die Werke sind keine statischen Objekte, sondern entwickeln sich im Zusammenspiel mit den Besucher:innen und dem Zufall auf unvorhersehbare Weise.
Sommerer und Mignonneau möchten spielerisch die Aufmerksamkeit für die Schönheit und Vielfalt der Natur wecken und für deren Verletzlichkeit sensibilisieren. Insekten sind dabei häufig wichtige Protagonisten. Sie verweisen auf die Bedeutung dieser oft übersehenen Lebewesen als Bestäuber, Zersetzer und Nahrungsquelle für andere Tiere – und auf die Bedrohung ihrer Lebensräume durch menschliche Eingriffe.
Die Ausstellung führt von einem begehbaren virtuellen Garten über einen ironischen Blick auf die Mechanismen des Kunstmarktes zu Fragen der Selbstdarstellung und des bewussten Umgangs mit Müll. So unterschiedlich die Arbeiten sind, machen sie doch alle erfahrbar, dass unser Handeln etwas verändert. Digitale Systeme erscheinen dabei nicht als Gegenwelt zur Realität, sondern als Teil unserer Lebensräume und Beziehungen – wandelbar und von uns mitgestaltet.
Die Arbeiten des Künstlerpaars wurden international vielfach gezeigt, zuletzt unter anderem im SIMoA Shenzhen International Art Museum in Shenzhen, im ZKM Karlsruhe, bei der Biennale Art and Technology in Peking sowie im Musée d’Art Contemporain de Lyon. 2004 gründeten sie den Masterstudiengang Interface Cultures an der Kunstuniversität Linz.