Sabine Groschup
Das künstlerische Aktionsfeld von Sabine Groschup reicht vom Experimentalfilm über Malerei, Fotografie, Textil- und Textarbeiten, Raum- und Klanginstallationen bis hin zur Literatur. In den 1980er Jahren studiert sie an der Universität für angewandte Kunst bei Maria Lassnig, die dort ein Lehrstudio für experimentellen Animationsfilm ins Leben ruft. In ihren Arbeiten beschäftigt sich Groschup unter anderem mit dem Komponisten John Cage, Wahrnehmungsmustern, der Grammatik des Zufalls oder auch der Liebe. Im Werkzyklus „213 Taschentücher der Liebe (frei nach Ramon Llull)“ bestickt die Künstlerin Stofftaschentücher unterschiedlicher Provenienz mit eigenen Liebespoesien, die in Anlehnung an die „kombinatorische Drehscheibe“ des Philosophen und Theologen Ramon Llull entstanden sind. Die handbestickten Stoffe erinnern zugleich an die so genannten Spruchtücher, auf die einst Haussegen oder moralische Sinnsprüche gestickt wurden.