Lois Weinberger
Aufgewachsen auf einem Bauernhof in Stams in Tirol, beginnt Lois Weinberger ab den 1970er Jahren, ein konzeptuelles Werk zu entwickeln, das auch den internationalen Diskurs über das Verhältnis zwischen Kunst und Natur prägt. Der mehrfache documenta-Teilnehmer versteht sich selbst als Feldarbeiter, der seine künstlerischen Untersuchungen von Strukturen aus der Natur, von Randständigem und scheinbar Unnützem mit kritischem Blick auf gesellschaftliche Prozesse, hierarchische Ordnungssysteme und Mechanismen der Ausgrenzung betreibt. Ruderalpflanzen – gemeinhein als Unkraut bezeichnet – werden bei Weinberger zu Metaphern für das Periphere, Unerwünschte sowie Migrationbewegungen. Gemeinsam mit Franziska Weinberger vertritt der mit unterschiedlichen Medien arbeitende Künstler Österreich 2009 auf der Biennale in Venedig. In auf Tuch gemalten Arbeiten wie „Johanniskraut“ wächst sich seine Auseinandersetzung mit dem Verhältnis zwischen Mensch und Natur zu vielschichtigen Labyrinthen aus.